Zum Verständnis
In den meisten Büchern ist dieser Abschnitt mit dem Wort: „Einleitung“ überschrieben. Ich wählte, wie du gelesen hast: Zum Verständnis.
Warum? Ganz einfach. Für mich war es irgendwie immer ein Graus die „Einleitung“ zu lesen. In mir entstand stets eine seltsame Unruhe. Dachte mir im Stillen dabei: Wann geht es denn endlich mit dem Thema des Buches los?! Und zum anderen möchte ich dir jetzt schon zeigen, dass ich, hm, wie soll ich sagen, eben anders schreibe. Mehr dazu im nächsten Teil: Wie kann ich dieses Buch lesen.
Es ist 5:30 Uhr, der abnehmende Mond, ich spreche ihn auch gerne liebevoll mit „La Luna“ an, scheint durch das Dachfenster. Vor mir zeigt sich am Horizont das wunderschöne Orangerot des beginnenden Morgenrots. Der Tag erwacht. Es wird wieder herrlich den Sonnenaufgang anzuschauen, ihn wahrzunehmen und aus ihm Kraft zu schöpfen, für den Tag. Zwei Raben fliegen gerade vor meinem Fenster vorbei. Ich liebe es zu „leben“.
Tja.. Nun sitze ich hier und tue das was Freunde mir schon seit Jahren immer wieder sagten: „Illo, du solltest ein Buch schreiben.“ Richtig. Illo. Meine Freunde nennen mich so. Ich schreibe diese Bücher unter dem Pseudonym Jebu El Kola Jehilasa. Warum es so ist, darauf komme ich später zurück. Ich dachte immer, als sie mir das sagten: „Tz, die sind doch verrückt, ich und ein Buch schreiben.“ Und nun, heute, hier…
Ich möchte gerne kurz beschreiben, wie es dazu kam, dass ich nun doch schreibe. Vielleicht ist es wichtig für das Verständnis dessen, wovon und wie ich schreibe, und um das worüber ich schreibe.
Wie ich oben schon erwähnte, sagten meine Freunde mir so oft, dass ich schreiben möge. Doch etwas sagte mir, bis genau heute vor vier Wochen: „Die Zeit ist noch nicht dafür da.“ Und so unterließ ich es. Ja, heute, genau vor vier Wochen wurde mir „gesagt“, dass es soweit ist und ich nicht nur ein Buch schreiben darf, sondern wenigstens vier. Verrückt, oder?
In diesen Jahren, von Dezember 2002, eigentlich schon seit dem 24.12.2000, als meine Mutter von jetzt auf gleich verstarb, und wenn man es richtig sehen möchte, von Anfang meines Seins, bis heute, ist so vieles geschehen. Ich durfte so viel erfahren, erkennen, so vieles zeigte man mir. Es war und ist Wahnsinn. Jedoch wäre es eine Sünde, wenn ich es für mich behalten würde. Würde ich es tun, so wäre es der pure Egoismus. Das alles was auf mich zu kam, die Schmerzen die ich durchlitt, das Wissen was man mir gab, die Freude die ich erleben durfte, kann vielleicht vielen helfen. Und wenn es nur einen helfen sollte, der der seinen Weg dadurch leichter gehen oder finden kann, so war mein „Sein“ , mein Leben und das Schreiben dieses und der folgenden Bücher es wert.
Vor drei Jahren „zeigte“ man mir ein Buch. Es war ein sehr großes, altes Buch. In dicken dunklen Leder gebunden. Eine Lilie war auf der Vorderseite eingeprägt und man konnte es mit zwei Bändern an der Seite zusammenbinden. Schlug man es auf, so war auf der ersten Seite ein goldener Kelch. Die Seiten waren alt, mit goldenen Ornamenten und auf einigen Seiten stand etwas in goldener Schrift geschrieben, was ich nicht lesen konnte. Es war verschwommen. Blätterte ich in diesem Buch weiter, so sah ich nur unendlich viele leere Seiten.
„Oh man“, dachte ich mir, „was das wohl wieder ist und zu bedeuten hat?!“
Ich schrieb darüber mit El-Mael, einen lieben Freund den ich auch hin und wieder meinen linken Flügel nenne. Wir trafen uns „zufällig“ und durften unsere Entwicklung miteinander erleben. Seit dem ersten Tag als wir uns kennen lernten ist zu jeder Zeit der eine für den anderen da, trotz dass hunderte von Kilometern zwischen unseren Wohnorten liegen. Verbundenheit. Wir machten uns gemeinsam auf die Suche nach diesem Buch, wie wir es immer taten, wenn einer von uns etwas „sehen, hören, erfahren, etc..., durfte. Wir fanden es nicht. So ließen wir es einfach im Raum stehen, wie so vieles andere auch. Wir lernten in der Zeit „Ereignisse“ stehen zu lassen. Aus Erfahrung lernten wir schnell, dass alles suchen nicht wirklich etwas bringt. Erst wenn die Zeit da ist, wird jede Frage, jeder „Zufall“, der in das Leben tritt, von allein beantwortet. Die Antworten finden uns, nicht wir diese. Doch ist es sehr wichtig auf Zeichen zu achten. Achtsam und aufmerksam zu sein, und sich über nichts, wirklich nichts zu wundern.
Wow, jetzt zeigt sich mir die Sonne, Del Sol. Es ist so schön. Es tut so gut. Sie gibt mir so ein herrliches Gefühl. Ich spüre wie sich mein Herz öffnet und meine Seele durch sie gestreichelt wird. Die Kraft die in mir hochsteigt, durch ihre erhabene Anmut, ihr Aufsteigen, ihre Schönheit mir ein wundervolles Geschenk gibt. Leise Musik vernehme ich im Innern meines „Seins“. Ich wünsche mir für alle Menschen so sehr, dass sie sie sehen, fühlen und hören können, so wie ich es erleben darf, man mir das Tor zu diesem Empfinden öffnete. Sie geht auf, ist für uns da, und erweckt in uns, nur durch ihr sein, stille Harmonie und Frieden.
Verzeih bitte, dass ich vom Thema kurz entrissen wurde. Jedoch konnte ich nicht anders, und es zeigt jetzt schon, was in diesem Buch auf dich zukommt. Ja, unter anderem das, was ich im Jetzt empfinde, was ich sehe. Ich kann gar nicht anders.
Nun aber weiter.
Vor vier Wochen bekam ich die Antwort auf die Frage, was das für ein Buch ist, welches man mir vor Jahren zeigte. Und, was für mich auch nicht mehr seltsam ist, El-Mael, mit dem ich damals darüber schrieb und redete, bekam die Antwort ein paar Tage später. Ohne dass ich ihn darauf ansprach teilte er mir mit, dass er nun weiß, was das für ein Buch sei. Es wunderte mich nicht, denn in den meisten Fällen erreichen uns Antworten, Bilder, Empfindungen, Töne und so vieles mehr, zur gleichen Zeit oder nur kurz voneinander abweichend.
Die Antwort ist so einfach. Es ist mein Buch, welches man mir zeigte. Mein Buch des Lebens. Mein Leben. Es ist in mir. So wie jeder Mensch sein Buch in sich trägt. Wir dürfen nur lernen in ihm zu blättern, die richtige Seite aufschlagen, und all das Wissen, besonders das verborgene, das vergessene, das über Generationen aberzogene Wissen wieder lesen zu lernen. Nicht nur mit dem Verstand, nein. Sondern mit dem Gefühl, der inneren Stimme lauschend und dem Vertrauen zu dem was wir aus ihm entnehmen dürfen. Je mehr wir wachsen, je offener wir werden, desto mehr beschriebene Seiten finden wir in „unserem Buch“. Die weißen Seiten erhalten ihre goldenen Lettern.
Wir brauchen vor „unserem Buch“ keine Angst zu haben. Wir können in ihm nur das lesen, was wir in dem Moment verkraften können. Verkraften heißt nicht nur verkraften, sondern es heißt auch, dass es einen sehr oft an die Grenzen bringt, wo es auch sehr wehtun kann. Niemand sagt, dass es leicht ist, wieder nach „Hause“ zu kommen. Zurück zu dem, wo wir her kommen. Diese, oft zerreißende, nicht zuzuordnende Sehnsucht, die in uns ist, und wir nicht wissen woher sie kommt und wo sie uns hinzieht. Wahrlich, es ist kein leichter Weg, jedoch hat man ihn gewählt indem man sich entschlossen hat, wieder in diese Welt, auf diese Erde, geboren zu werden. Den Weg mit so unendlich vielen Steine. Auch wenn er auch noch so holprig ist und schwer zu gehen, möchte man niemals mehr den Weg verlassen. Man wird so reich beschenkt, dass man es kaum fassen kann. Bitte glaube mir.
Ich könnte jetzt, hier, so weiter schreiben, doch soll es so nicht sein. Denn diese Bücher werden ein wenig anders sein. Anders, anders als die uns auferlegte Norm, der wir seit unserer Geburt ausgesetzt sind. Gerade denke ich an meinen lieben Seelenpartner, und muss leise lächeln. Ich teilte ihm mit, dass ich schreiben werde und wie ich die Bücher „zu schreiben habe“. Er sagte zu mir: „Das werden revolutionäre Bücher.“
Wir werden sehen.